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Das Ende der Lew-Ära: Wann führt Bulgarien den Euro ein?
In der bulgarischen Wirtschaft zeichnet sich eine historische Wende ab. Als eines der jüngsten Mitglieder der Europäischen Union bereitet sich Bulgarien darauf vor, sich von seiner nationalen Währung, dem Bulgarischen Lew (BGN), zu verabschieden. Diese Entscheidung wird die Handelsdynamik auf dem Balkan nachhaltig verändern und hat weitreichende Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Handel sowie den Tourismus.
Die bulgarische Regierung hat den Prozess zum Beitritt in die Eurozone beschleunigt. Offiziellen Erklärungen und dem nationalen Umsetzungsplan zufolge wird der 1. Januar 2026 als Zieldatum für die offizielle Einführung des Euro angestrebt. Das ursprünglich für 2025 geplante Zieldatum wurde aufgrund von Inflationskriterien und politischen Stabilitätsprozessen um ein Jahr verschoben.
Wann verschwindet der Lew aus dem Zahlungsverkehr?
Mit der Einführung des Euro wird der Lew nicht von heute auf morgen verschwinden. Geplant ist ein schrittweiser Übergang im Bargeldverkehr:
Im ersten Monat nach der Euro-Einführung kann parallel sowohl mit Lew als auch mit Euro bezahlt werden. Um Verbraucher zu schützen, müssen Preise bereits Monate vor der Umstellung sowohl in Lew als auch in Euro ausgewiesen werden.
Die Bulgarische Zentralbank hat angekündigt, Bestände der alten Währung zeitlich unbegrenzt in Euro umzutauschen.
Fester Wechselkurs bietet Stabilität
Bulgarien nutzt bereits seit Jahren ein Currency-Board-System, das den Lew fest an den Euro koppelt. Um Wertverluste während des Übergangs zu vermeiden, soll der aktuelle Kurs von 1 Euro = 1,95583 BGN beibehalten werden.
Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und die Türkei
Besonders der intensive Einkaufstourismus bulgarischer Staatsbürger in Grenzstädten wie Edirne wird direkt von der Währungsumstellung betroffen sein.
Die Nutzung des Euro könnte das Währungsrisiko für türkische Exporteure und Logistikunternehmen minimieren und Transaktionen vereinfachen.
Wie sich die Kaufkraft der bulgarischen Bürger nach der Euro-Einführung entwickelt, wird entscheidend für die Zukunft des Grenztourismus sein.Für Anleger mit Immobilien oder Unternehmen in Bulgarien wird die Bewertung von Vermögenswerten in Euro als langfristiger Vorteil gewertet.
Fazit: Ein neuer Wirtschaftsabschnitt auf dem Balkan
Das Ende des Bulgarischen Lew ist der letzte Schritt der vollständigen wirtschaftlichen Integration Bulgariens in Europa. Investoren und Geschäftspartner in der Region werden aufgefordert, ihre Cash-Positionen und Handelsverträge bis 2026 an die neue Währungsrealität anzupassen.




