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Wirtschaft

Wie Stark Sind Weibliche Gründerinnen in Welchem Land?

Die Anteile von Unternehmerinnen in der Türkei und in Deutschland, ihre bevorzugten Branchen und die Unterschiede zwischen beiden Ländern zeigen ein bemerkenswertes Bild. Hier ein Überblick über die aktuelle Lage und ein vergleichender Blick auf die Entwicklungen im Bereich der weiblichen Selbstständigkeit.

Harun Yazıcı

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Frauen­unternehmertum hat sich in den vergangenen Jahren – sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern – zu einem zentralen Faktor wirtschaftlichen Wachstums entwickelt. Während die Gründungsbereitschaft von Frauen in der Türkei und in Deutschland zunimmt, unterscheiden sich Gründungsquoten und Branchenpräferenzen weiterhin deutlich. Dieser Bericht beleuchtet die Situation in beiden Ländern, stellt Schwerpunkte vor und bietet eine vergleichende Analyse.

Niedrige Unternehmerinnenquote in der Türkei

In der Türkei liegt der Anteil weiblicher Unternehmerinnen an allen Selbstständigen bei lediglich 15 bis 17 Prozent. Zwar zeigen offizielle Statistiken in den letzten Jahren einen Anstieg, doch bleibt das Potenzial bei weitem ungenutzt.

Ein wesentlicher Hinderungsgrund ist der erschwerte Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Viele Unternehmerinnen berichten, dass sie im Vergleich zu Männern deutlich mehr Probleme haben, Kredite oder andere finanzielle Unterstützungen zu erhalten – ein Hindernis, das vor allem in der Gründungs- und Wachstumsphase gravierend wirkt.

In welchen Branchen sind türkische Unternehmerinnen aktiv?

  • Dienstleistungssektor (größter Anteil)
  • Einzelhandel / Handel
  • Lebensmittelbetriebe
  • Bildungs- und persönliche Dienstleistungen

In technologieorientierten Bereichen sowie in der Industrie ist der Anteil weiblicher Gründerinnen weiterhin sehr gering.

Höhere Gründerinnenquote in Deutschland

In Deutschland ist der Anteil von Frauen im Unternehmertum deutlich höher als in der Türkei. Laut aktuellen Zahlen gilt:

  • Der Anteil der selbstständig arbeitenden Frauen liegt bei 35–40 Prozent.
  • Rund 15–16 Prozent der KMU werden von Frauen geführt.
  • Bei Neugründungen liegt der Frauenanteil bei über 30 Prozent.

In welchen Branchen gründen Frauen in Deutschland?

  • Gesundheits- und Pflegeberufe
  • Bildungssektor
  • Kreativwirtschaft
  • Dienstleistungssektor

Wenig Frauen im deutschen Start-up-Ökosystem

Trotz der insgesamt starken Position Deutschlands bleiben Frauen in Technologie- und Start-up-Bereichen unterrepräsentiert:

  • Der Anteil weiblicher Gründungsteams in Tech-Start-ups liegt nur bei 15–20 Prozent.
  • Gründerinnen erhalten weiterhin einen deutlich geringeren Anteil an Risikokapital (VC) als ihre männlichen Kollegen.

Türkei–Deutschland im Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

1. Gründungsquote

  • Türkei: 15–17 %
  • Deutschland: über 30 %
  • → Deutschland liegt deutlich vorne.

2. Branchenvielfalt

  • In beiden Ländern dominieren Dienstleistungsberufe.
  • In Deutschland ist die Branchenvielfalt größer; in der Türkei konzentrieren sich Frauen vor allem auf Einzelhandel und Kleinstunternehmen.

3. Zugang zu Finanzierung

  • In der Türkei deutlich schwieriger.
  • Deutschland bietet mehr Förderprogramme, dennoch bestehen vor allem im Start-up-Segment weiter große geschlechtsspezifische Unterschiede.

4. Bildungs- und Kompetenzprofile

  • In beiden Ländern weisen Gründerinnen ein hohes Bildungsniveau auf.
  • Während in der Türkei viele Unternehmerinnen Hochschulabsolventinnen sind, ist das Profil in Deutschland aufgrund der breiten Branchenstruktur diverser.

Fazit

Obwohl die Türkei und Deutschland bei der Förderung weiblicher Unternehmerschaft auf unterschiedlichen Niveaus stehen, verfügen beide Länder über erhebliches Potenzial. Eine stärkere Einbindung von Frauen in die Wirtschaft ist ein entscheidender Faktor für nachhaltige Entwicklung, Innovation und mehr Diversität im Arbeitsleben. Mit gezielten politischen Maßnahmen und Investitionen dürfte die Rolle von Unternehmerinnen in beiden Ländern künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Quellen: TÜİK, KOSGEB, TOBB, DergiPark, DESTATIS, BMWK, KfW Start-up Monitor, OECD


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