Connect with us

Wirtschaft

Türkei nun Teil der „Made in Europe“-Initiative

Die Europäische Union hat die Türkei in den neuen industriepolitischen Rahmen „Made in Europe / Made in EU“ aufgenommen. Die neue Regelung könnte insbesondere im Automobilsektor und in der industriellen Produktion die Rolle der Türkei innerhalb der europäischen Wertschöpfungsketten stärken.

Harun Yazıcı

Published

on

Die Europäische Union stellte kürzlich ein neues industriepolitisches Maßnahmenpaket vor, das den Ansatz „Made in Europe“ umfasst. Ziel ist es, die industrielle Produktion in Europa zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im globalen Wettbewerb – insbesondere gegenüber China – zu stärken.

Im Rahmen des von der Europäischen Kommission vorbereiteten Industriebeschleunigungsgesetzes ist vorgesehen, europäischen Produkten bei öffentlichen Aufträgen Vorrang einzuräumen.

Dem Entwurf zufolge könnten Produkte, die in der Türkei im Rahmen der EU-Türkei-Zollunion hergestellt werden, unter bestimmten Voraussetzungen als EU-Ursprungsware gelten. Damit könnten einige in der Türkei produzierte Güter als Teil der europäischen Produktionskette bewertet und unter die Kategorie „Made in EU“ fallen.

Was bedeutet das für die türkische Industrie?

Die neue Politik soll insbesondere in strategischen Sektoren wie Automobil, Stahl, Aluminium, Zement und saubere Technologien angewendet werden. In diesen Bereichen plant die EU, europäische Produktion durch staatliche Förderungen und eine entsprechende Ausrichtung öffentlicher Beschaffungen zu unterstützen.

Die Einbeziehung der Türkei in diesen Rahmen wird als bedeutender Vorteil für türkische Unternehmen gesehen, die in europäischen industriellen Wertschöpfungsketten tätig sind.

Auch die türkische Regierung bezeichnete die Entwicklung als positiven Schritt für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und der EU. Handelsminister Ömer Bolat erklärte, dass die Einbeziehung der Türkei in die Definition von EU-Ursprung aufgrund der bestehenden Zollunion wichtig sei, um Investitionen und Produktionsnetzwerke aufrechtzuerhalten.

Gilt die Regelung auch für öffentliche Ausschreibungen?

Nach dem aktuellen Entwurf können türkische Unternehmen jedoch nicht direkt an öffentlichen Ausschreibungen in EU-Mitgliedstaaten teilnehmen.

Wenn jedoch Unternehmen, die eine Ausschreibung in der EU gewinnen, Produkte oder Komponenten aus der Türkei beziehen, können diese im Rahmen der Regelung dennoch als „Made in EU“ bewertet werden.

Diese Regelung ist besonders für die Türkei von Bedeutung, da das Land eine starke Position in der europäischen Automobilzulieferkette einnimmt.

Europas Ziel: Stärkung der Industrie

Der Ansatz „Made in Europe“ zielt darauf ab, die industrielle Produktion in Europa zu erhöhen und den Anteil der Industrie an der europäischen Wirtschaft zu steigern.

Mit dieser Strategie will die Europäische Kommission die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärken und Lieferketten widerstandsfähiger machen.

Bevor die neue Regelung in Kraft treten kann, muss sie noch vom Europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Union verhandelt und verabschiedet werden.

Quelle: Europäische Union

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Neueste Nachrichten

Wirtschaft1 Woche ago

Türkisch-Deutscher Wirtschaftstag in Düsseldorf erfolgreich durchgeführt

9. Deutsch-Türkischer Wirtschaftstag in Düsseldorf: Fokus auf resilientes Wachstum, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Transformation

Kolumnisten2 Wochen ago

Zwischen Pitch-Deck und Aftershow-Beat: Mein Wochenende auf dem Founder Summit 2026

Yesim Cevik | Deutschland-Repräsentant von trbusiness.de Von der Frontline des Investments: Warum das 10-jährige Jubiläum des Founder Summit in Wiesbaden...

Laman Guliyeva Almanya’da Almanca öğretimi yapan girişimci ve sosyal medya eğitmeni Laman Guliyeva Almanya’da Almanca öğretimi yapan girişimci ve sosyal medya eğitmeni
Jobs der neuen Generation2 Wochen ago

„Soziale Medien sind ein Werkzeug – die eigentliche Stärke sind Wert und Vertrauen“

Mit 17 Jahren kam Laman Guliyeva allein nach Deutschland und baute aus ihrer eigenen Erfahrung heraus ein Sprachlern-Ökosystem auf, das...

Interview4 Wochen ago

„Unser Ziel ist es, Networking vom Visitenkartentausch zu lösen“

Wir haben mit Omar Nart, Gründer und CEO von WORLDEF, über die Zukunft des E-Commerce, grenzüberschreitenden Handel und neue globale...

Jobs der neuen Generation4 Wochen ago

„Der Aufbau eines Geschäfts in den sozialen Medien hat mir Unabhängigkeit ermöglicht“

Maarten, Gründer von Deutschhocam, berichtet für die Leser von trbusiness.de über die Freiheit, die der Aufbau eines Geschäfts in den...

Wirtschaft1 Monat ago

Wirtschaftsgipfel in Düsseldorf

Beim Deutsch-Türkischen Wirtschaftstag 2026 in Düsseldorf diskutieren Top-Vertreter aus Politik und Wirtschaft über digitale Transformation, nachhaltige Innovationen und neue Chancen...

Nachricht1 Monat ago

EZB lässt Zinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank belässt die Leitzinsen angesichts von Inflationsrisiken und steigenden Energiepreisen unverändert und signalisiert eine weiterhin vorsichtige Geldpolitik.

Nachricht1 Monat ago

Türkei-Irak-Pipeline-Abkommen: Ölpreise fallen – Wird die Energiekrise entschärft?

Die Wiederaufnahme der Öl-Exporte aus Kirkuk über die Türkei entlastet die globalen Energiemärkte und mildert die Folgen geopolitischer Spannungen im...

Nachricht1 Monat ago

Diese Automarke verkauft sich in der Türkei am meisten

Neue Daten des türkischen Statistikamtes TÜİK zeigen, welche Marke den Automarkt dominiert. Diese Automarke ist derzeit die meistverkaufte in der...

Turkish investors increasingly turn to crypto, including Bitcoin and Ethereum Turkish investors increasingly turn to crypto, including Bitcoin and Ethereum
Nachricht1 Monat ago

Krypto-Investitionen in der Türkei steigen

Die Türkei verzeichnet einen rasanten Anstieg bei Krypto-Investitionen. Millionen Anleger setzen auf digitale Assets wie Bitcoin und Ethereum, während das...