Kolumnisten
Von Mesopotamien nach Oxford: Mein Weg zum „Cross Border Leadership Award“
Yeşim Çevik | Deutschland-Repräsentant von trbusiness.de
Wenn Grenzen verschwimmen, schaffen Führung, Innovation und Haltung Räume für neues Denken. Dass meine Arbeit an den Schnittstellen von internationalem Unternehmertum, Wachstumsstrategien und gesellschaftlicher Diplomatie auf internationaler Ebene gewürdigt wurde, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit: Im Keble College der University of Oxford durfte ich im Rahmen des 18. Woman Leaders Forum den Cross Border Leadership Award entgegennehmen.
Die Auszeichnung durch eine internationale Jury gilt meinen Initiativen beim Aufbau grenzüberschreitender Wirtschafts-Ökosysteme, der Begleitung technologischer Ventures sowie dem kontinuierlichen Einsatz für die Stärkung von Gründerinnen und weiblichen Führungskräften im globalen Markt.
Eine jahrtausende alte Brücke: Mesopotamien trifft Oxford

Bei diesem bedeutenden Treffen war das Tragen eines ganz besonderen Abendkleids für mich einer der persönlichsten Momente. Für mich war diese Kreation weit mehr als eine textile Arbeit, sie war ein Symbol für tausende Jahre Kultur, Wissen und die unbeugsame Kraft der Frauen.
SCHON GELESEN?
Wie global muss ein Startup denken, bevor es global wird?
Wer einen Markt aufgebaut hat, besitzt ihn nicht
In meiner Dankesrede habe ich die philosophische Verbindung betont, die diesen Tag getragen hat:
„Mesopotamien ist eine der Wiegen der Menschheit – ein Ort, an dem die ersten Grundlagen von Wissenschaft, Kultur und freiem Denken entstanden sind. Heute gilt Oxford als eines der bedeutendsten Zentren für Forschung und Geist. Obwohl Jahrtausende zwischen ihnen liegen, verbindet beide Orte eine gemeinsame Haltung: Wissen zu mehren, Geist zu fördern und einen Beitrag zum menschlichen Fortschritt zu leisten.
Ein ganz besonderer Dank gilt Fırat Doğu, der als Sponsor diese besondere Kleidung zur Verfügung gestellt und damit die Geschichte und Symbolik der mesopotamischen Frau auf die Bühne gebracht hat. Dieses Gewand war die leise, aber kraftvolle Stimme all der mutigen, schöpferischen Frauen, die aus den Wurzeln unserer Geschichte hervorgehen und die Welt nachhaltig prägen. „Ich widme diesen Preis allen Frauen weltweit.“
Gesellschaftsdiplomatie trifft visionäres Unternehmertum
Neben meiner unternehmerischen Praxis ist mir die Arbeit im Bereich der Gesellschaftsdiplomatie ein persönliches Herzensanliegen. Hierbei engagiere ich mich aktiv für die Vertiefung bilateraler Beziehungen, interkultureller Austausch und echten gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Unternehmerisch begleite ich als Mitgründerin der ON Business Group derzeit den Aufbau und die Skalierung neuer Technologie getriebener Initiativen. Mein Fokus liegt als Strategin, Mentorin und Bindeglied zu VCs (Venture Capital), Family Offices und privaten Investoren darauf, Zukunftssektoren wie Künstliche Intelligenz, HealthTech, FinTech und Energie international zu vernetzen und ihnen den Weg in globale Märkte sowie die passende Kapitalisierung zu ebnen.
„Führung ist kein Titel – sie ist Verantwortung“
Grenzüberschreitende Führung bedeutet für mich weit mehr als das Managen internationaler Projekte:
„Führung ist kein bloßer Titel. Führung bedeutet, Menschen über kulturelle und geografische Grenzen hinweg zu verbinden, Vertrauen aufzubauen und Türen für andere zu öffnen. Auf meinem Weg zwischen Gesellschaftsdiplomatie, der engen Zusammenarbeit mit VCs und Investoren sowie der globalen Venture-Welt ist dieses Verbinden von Märkten und Kulturen zu meiner persönlichen Mission geworden. Den Grenzen und Epochen ändern sich – doch der Wert von Haltung, Mut und weiblicher Gestaltungskraft bleibt unvergänglich.“
Nachhaltigkeit und globale Partnerschaften
Das Forum, das im Rahmen der Global World Leaders Summit-Initiative veranstaltet wurde, brachte rund 240 gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus über 30 Ländern in Oxford zusammen – darunter Mitglieder des britischen Oberhauses (House of Lords) sowie internationale Entscheiderinnen aus Wirtschaft und Gesellschaft.
Besonders stolz macht mich, dass die Impulse zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) – allen voran Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5), Industrie, Innovation und Infrastruktur (SDG 9) sowie Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (SDG 17) – so großen Anklang fanden.
Die Auszeichnung in Oxford ist für mich kein Endpunkt, sondern ein Ansporn, die universelle Botschaft der mesopotamischen Symbolik und die Mission einer grenzenlosen Gesellschaftsdiplomatie weiter in die Welt zu tragen.
Nach der Veranstaltung: Im Flair der Universitätsstadt Oxford

Nachdem das intensive und inspirierende Forum am Nachmittag seinen Abschluss fand, nutzte ich die Gelegenheit, um in die einzigartige Atmosphäre dieser historischen Universitätsstadt einzutauchen. Beim Spaziergang durch die Straßen von Oxford – vorbei an den Jahrhunderte alten College-Bauten, den historischen Innenhöfen und der akademischen Tradition, die hier an jeder Ecke spürbar ist – ließ sich der Geist dieses Ortes noch einmal ganz besonders erleben. Das einzigartige Flair der Stadt hat den Tag für mich perfekt abgerundet.



